Warum dein Körper bei einer Panikattacke Alarm schlägt, obwohl gar keine Gefahr besteht
Vielleicht kennst du diese Momente.
Du sitzt im Zug auf dem Weg zur Arbeit, stehst an der Kasse im Laden oder liegst abends entspannt auf dem Sofa. Eigentlich ist alles in Ordnung. Und trotzdem passiert es plötzlich.
Dein Herz beginnt zu rasen. Deine Atmung wird angestrengt. Vielleicht wird dir schwindelig oder du hast das Gefühl, gleich die Kontrolle zu verlieren. Innerhalb weniger Sekunden schiesst ein Gedanke durch deinen Kopf:
«Was ist, wenn etwas nicht stimmt?»
Viele Menschen, die unter Panikattacken leiden, kennen genau diese Angst. Manche befürchten einen Herzinfarkt. Andere haben Angst, ohnmächtig zu werden, verrückt zu werden oder die Kontrolle über sich selbst zu verlieren.
Und obwohl ärztliche Untersuchungen häufig bestätigen, dass körperlich alles in Ordnung ist, fühlt sich die Panik jedes Mal wieder erschreckend real an. Der Grund dafür liegt in einem faszinierenden, aber manchmal auch missverständlichen Schutzmechanismus unseres Gehirns. Unser Gehirn ist darauf programmiert, uns am Leben zu halten. Es beobachtet ständig unsere Umgebung und prüft ununterbrochen, ob irgendwo Gefahr drohen könnte. Sobald es eine Situation als bedrohlich einstuft, aktiviert es ein uraltes Notfallprogramm: die Kampf-oder-Flucht-Reaktion (der Sympathikus wird aktiviert).
Für unsere Vorfahren war dieser Mechanismus lebenswichtig. Wer einem Raubtier begegnete, musste innerhalb von Sekunden reagieren können. Das Herz schlug schneller, die Muskeln wurden besser durchblutet und die Atmung beschleunigte sich, damit genügend Sauerstoff zur Verfügung stand. All diese Reaktionen sind intelligent. Sie sollen uns schützen. Das Schwierige bei Panikattacken ist jedoch, dass dieses Alarmsystem manchmal auch dann aktiviert wird, wenn gar keine tatsächliche Gefahr vorhanden ist.
Vielleicht denkst du gerade an ein schwieriges Gespräch. Vielleicht bemerkst du einen etwas schnelleren Herzschlag. Vielleicht befindest du dich in einer Menschenmenge oder an einem Ort, an dem du schon einmal Angst erlebt hast. Du fühlst dich bedrängt, eingeengt und hast das Gefühl, eingesperrt zu sein, wie beispielsweise in einem Zug oder Flugzeug, wo du nicht eigenständig einfach aussteigen kannst.
Für das Gehirn kann bereits die Vorstellung einer belastende Situation ausreichen, um Alarm zu schlagen.
Der Körper reagiert darauf sofort. Er fragt nicht nach, ob die Gefahr wirklich vor dir steht. Er folgt den Signalen, die er erhält.
Genau deshalb fühlt sich eine Panikattacke so überzeugend an. Dein Körper versucht, dich zu schützen.
Die körperlichen Symptome sind real. Das Herz rast tatsächlich. Die Atmung verändert sich tatsächlich. Die Angst fühlt sich tatsächlich bedrohlich an. Doch die Symptome bedeuten nicht automatisch, dass du in Gefahr bist. Dieses Verständnis verändert oft bereits vieles. Denn in dem Moment, in dem du erkennst, dass dein Körper keinen Feind bekämpft, sondern auf einen Fehlalarm reagiert, entsteht Raum für etwas Neues: Wissen. Es ist alles in Ordnung.
Vertrauen in deinen Körper. Danke ihm für den Schutz, aber mach dir, also deinem Verstand und so deinem Körper klar, dass alles in Ordnung ist. Vertrauen in deine Fähigkeit, mit solchen Situationen umzugehen.
Genau darum geht es auch in meinem Onlineseminar
„Wenn der Körper ruft – Selbsthilfeprogramm bei Panikattacken“
Die ‚Gefahr ohne Gefahr‘ ist nur einer vieler Faktoren, weshalb Panikattacken entstehen. In meinem Onlineseminar lernst du, wie Panikattacken entstehen; ein ganzheitlicher Blick (Körper, Geist und Seele) auf die vielen Faktoren. Du erfährst , wie du die Signale deines Körpers besser verstehen kannst, wie sich Angstspiralen entwickeln und welche konkreten Übungen dir helfen, wieder mehr Sicherheit, Ruhe und Selbstvertrauen in deinen Alltag zu bringen.
Denn je besser du verstehst, was in deinem Körper geschieht, desto weniger Macht hat die Angst über dich.
